Folge 63 - Break the Game
#21
Pie und Arc slicing sind so ne Sache...hier gibts zusätzlich drei Probleme:

1) Die Silhouette ist immer ein Zylinder, dess Projektion wir nehmen müssen. Das ist nicht intuitiv und lässt sich im Spiel kaum so abbilden, dass man die Grenzfälle mit 100% Genuigkeit messen kann. Beispiel: ein Modell steht in Deckung und es ist exakt 1/3 des Modells verdeckt, wenn man auf der gleichen Höhe steht. Wenn ich nun von leicht erhöht draufblicke, dann sehe ich mehr Fläche des Zylinders, und weniger dieser Fläche wird von der Deckung verdeckt...der Beweis hierfür ist mit den verfügbaren Hilfsmittlen kaum führbar...ohne Taschenrechner lässt sich das auch nur schwer berechnen.

2) Die Sichtlinie ist eigentlich eine Pyramide (um genau zu sein sind es zwei reziproke Pyramiden, die noch nicht mal deckungsgelich sind), da man mindesten 3x3mm des Ziels sehen muss. Wenn man das zu Ende denkt, dann können zwei Modelle einen Punkt nur dann gleichzeitig abdecken, wenn sie exakt übereinander stehen. Oder andersrum: die reziproke Situation ist ebenfalls von der Perspektive der beiden Modelle abhängig. Ein Alptraum!

3) Mit den entsprechenden Hilfsmitteln, wie einem extrem feinen Kreulaser, einem Stativ und einem Winkelmesser lässt sich jeder Position genau bestimmen...nur hat das niemand dabei. Ein "du musst mir das am Spieltisch beweisen" ist diesbezüglich nicht richtig, da man dann die Genauigkeit der Messgeräte normieren müsste...auch völliger Blödsinn.

Im Endeffekt ist die Suche nach eine wasserdichten Lösung dieser ganzen Problem für den §$%&/( und beide Spieler werden sich in fast jedem Fall irgendwie einigen müssen. Hier bietet das Gegelwerk einfach keine befriedigende Lösung und da wird man immer in die gleichen Diskussion laufen, solange sich nicht beide Spieler einig sind, dass es diese Unschärfe immer geben wird...und man vielleicht im Zweifel einfach "ja, alles klar, geht" sagen könnte.
zu finden im Foxhound Esslingen

Yu Jing, Haqqislam, Aleph, Combined Army, FRRM, Ikari, Tohaa
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#22
wieso ist denn die SL eine Pyramide??? 180° ergibt doch keine Pyramide...?
my PanO und CA                                           
3D-Druck-Sammlung
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#23
Tolle Folge!
Gibt wieder viel zum Nachdenken!
@Kaschper Wink
Challenge Accepeted (Hoffentlich klappt das mal )
Join YU JING! the only force capable of defending the human sphere!
Ich spiele Yu Jing, ISS, IA, JSA, Morats, Military Orders, Druze, O12, OSS, NCA, Pano
Heart schreibt mir gern  unter tuefinity@web.de Heart
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#24
(11-05-2018, 05.11.2018)Pavcc schrieb: wieso ist denn die SL eine Pyramide??? 180° ergibt doch keine Pyramide...?

For a troop to be able to draw LoF to its target, it must meet these conditions:

  • The target must be within the troop's front 180˚ arc.
  • The troop must be able to see, at least, a part of the volume of its target with the size of the target's head, or a minimum size of approximately 3x3mm
[...]


SL/LoF ist die Verbindung zwischen zwei Modellen. In den meisten Situationen zieht man einfach eine gerade Linie und dann passt das. Wenn mans genau nimmt zieht man aber eine Linie von einem Punkt zu einem 3x3mm großen Quadrat...und das ist eine sehr langgestreckte Pyramide. Und da das ganze reziprok ist,

Mutual Awareness

In Infinity, Line of Fire always assumes reciprocity, following the rule of thumb "if I can see you, you can see me". This means that as long as any troop can draw LoF to its target, the target can draw LoF to its attacker as well (assuming, of course, that the attacker is within the target's front 180˚ arc).



kann man die Pyramide auch andersrum ziehen. Es reicht also, wenn das gegnerische Modell von einem Punkt aus eine Linie zu einem 3x3mm großen Quardrat meiner Silhouette ziehen kann. Das führt wie gesagt zu einer unsäglichen geometrischen Extremdiskussion. Total ätzend.
zu finden im Foxhound Esslingen

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#25
Puh, supergähn, kann man nicht einfach chillen bei dem Spiel, sich 'n Bier nehmen und einfach nett spielen? Müssen Leute immer was erzwingen? Ich würde mal an deren soziale Kompetenz appellieren, bevor das hier ausartet.
[Bild: msb87col.png]
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#26
ok, das mit den Pyramiden...naja...sehr theoretisch.

2 Situationen scheinen ja kontrovers diskutiert zu werden:

a) ich laufe um die Ecke und zwar soweit, dass ich gerade so eine LoF ziehen kann, und laufe gleich wieder um die Ecke zurück. Als ich gerade den Gegner sehen kann, schieße ich und kassiere meine ARO aus dem Frontbereich des von mir beschossenen Modells, stehe aber am Ende meines orders wieder hinter der Deckung. OK!

b) Superjump: ich springe gerade so hoch, dass ich im Optimalfall nur den oberen hinteren Bereich eines Modelles sehe. Ergo bin ich nicht im Sichtbereich des Gegners und kassiere keine ARO...

letzteres halte ich aber für Spieltechnisch sehr bescheiden, denn: bei a) kann ich mich quasi vorsichtig an die Situation herantasten, bis ich gerade so den Gegner sehe. Bei b) gibt es kein Herantasten - ergo funktioniert das in meinem Verständnis NICHT. Ich kann während eines Sprungs nicht sagen: "ach, Mist, noch 2 cm zu niedirg, ich springe halt einfach in meinem aktiven Sprung noch ein bisschen höher...Also das will ich mal sehen...während das Sprungs in freiem Flug "nachjustieren"...

a) ist für mich: play by intent und physikalisch möglich. b) ist nicht "play by intent", sondern "play on result". Letzteres würde ja vor dem Sprung eine Information erfordern, die ich als Mini vor dem Sprung gar nicht haben kann, und welche ich im Ausführen des SPringens ja physikalisch nicht korrigieren kann. Da könnte ich ja gleich im "vertikalen Achteck" springen...tststs...

und dass es in seltenen geometrischen Ausnahmen fälle gibt, in denen ich nicht zurückschießen kann, ist halt so:

[Bild: infi.jpg]

auch das Beschießen von oben durch einen Sniper kann so ausgehen. Aber nicht durch Superjump...also im Ernst...
my PanO und CA                                           
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#27
@Sven F.

Mal zu dem anderen Thema bzgl. wie man über Infinity spricht.

Ich denke, das hängt vom Typ des Spielers ab. Ich bin eher ein Fluff Spieler. Ich spiele in jedem System nur eine Fraktion und versuche, diese Fraktion zu leben. Das fing schon bei Fantasy mit meinen Waldelfen an, ging dann bei 40K weiter und nun bei den Nomads.

Deswegen denke ich, es hängt einfach vom Spieler ab, wie er Spiele im Nachhinein sieht. Es gibt sicherlich welche, die gab es schon bei Fantasy, die Armeen kaufen nach Effektivität, die sich Regeln eintrichtern und dann auf Turniere gehen mit eben diesen gekauften Armeen, nur um zu gewinnen. Gibt es sicher auch bei Infinity. Mir hat ein DM Sieger ganz offen gesagt, er spielte eine bestimmte Fraktion nur deswegen oft, weil er wusste, er würde mit der relativ sicher gewinnen. Sad

Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich mag diesen letzten Befehl, der das Spiel noch rumreißen kann, wenn z. B. ein Clockmaker vom ersten Stock runterspringt, den Sturz rüstet, sogar die ersten AROs eines TAGs und der umgebenden Feinde, nur um dann kurz vor der Antenne niedergestreckt zu werden.

Das ist im Nachhinein kurz frustrierend, aber ein paar Augenblicke später auch ein gutes Ende für ein knappes Spiel.

Und neuen Spielern schwärme ich eigentlich von der Balance, der Gleichzeitigkeit und den schönen Miniaturen vor.
Crit happens. Just play for the rule of cool.
Spiele alles von NOMADS + ALEPH + O-12 und natürlich ARISTEIA!
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#28
(11-05-2018, 05.11.2018)Pavcc schrieb: ...
a) ist für mich: play by intent und physikalisch möglich. b) ist nicht "play by intent", sondern "play on result". Letzteres würde ja vor dem Sprung eine Information erfordern, die ich als Mini vor dem Sprung gar nicht haben kann, und welche ich im Ausführen des SPringens ja physikalisch nicht korrigieren kann. Da könnte ich ja gleich im "vertikalen Achteck" springen...tststs...

und dass es in seltenen geometrischen Ausnahmen fälle gibt, in denen ich nicht zurückschießen kann, ist halt so:

[Bild: infi.jpg]

auch das Beschießen von oben durch einen Sniper kann so ausgehen. Aber nicht durch Superjump...also im Ernst...

Naja, beides basiert auf dem gleichen Regelproblem: entweder du darfst eine Ansage machen (ggf. mit Laser überprüfen), wie die Mini konkret stehen soll, und positionierst sie dann nach diesem Intend, oder du platzierst die Mini, und schaust was sich ergibt.

Mich stört Variante a) ein wenig und b) ziemlich heftig, aber sie ergibt sich aus dieser elenden 180° Sichtfeldmarkierung...das eine ist regeltechnisch genau wie das andere. Blöderweise kann der Mensch seinen Kopf etwas weiter drehen...und nach hinten neigen. Fühlt sich irgendwie falsch an. Im Warcor Beriech des internationale Forums gabs dazu auch schon ein paar Vorschläge...eventuell habt CB da ja ein Einsehen...und am Tag danach friert die Hölle zu. Man könnt fast meinen, die wollen, dass wir uns wegen sowas streiten.
zu finden im Foxhound Esslingen

Yu Jing, Haqqislam, Aleph, Combined Army, FRRM, Ikari, Tohaa
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#29
Die haben halt viel Popcorn.
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#30
Ich fand den Podcast insgesamt sehr gelungen. Man merkt dir, Sven, einfach die 60+ Folgen an. Das kommt sehr souverän und entspannt rüber.

Als Anfänger möchte ich natürlich auf die Frage Fluff- oder Regelschwärmen eingehen.

Wer das Spiel noch nicht gespielt hat, dem bringt eine Story wie "dann ist mein Tiger gelandet, hat die ersten umgeblasen und dann knapp..." überhaupt nichts, weil es keine tolle Story ist, wenn man die Theorie dahinter nicht kennt. Was mich überzeugt hat war - richtig erkannt: Minis, Setting und die Aufnahme hier im Forum - also tolle Community.

Wenn jemand mir was von Modifikatoren stapeln erzählt hätte, hätte mich das aber auch nicht begeistert. Begeistert hätte mich, wenn mir jemand erzählt, dass das ARO System das Spiel auflockert und nie statisch erscheinen lässt. Und das man aufgrund der gut bebauten Tische seine optimale Schussweite super ausspielen kann und damit die Taktik des Gegners unterlaufen kann. Wobei die Spieler, die ich bisher kennengelernt habe, haben diese Begeisterung für Regeln und Skillmöglichkeiten gut transportiert, ohne zu sehr ins Regelwerk abzutauchen.

Was ich als Anfänger übrigens anfangs total schrecklich fand, waren Spielberichte, die cineastisch sein wollten. Ich konnte den Hintergrund überhaupt nicht nachvollziehen und fand die Spielstory daher immer unverständlich und bemüht abenteuerlich. Podcasts gerade können am besten mit Regelerklärung und Guides etc. uns Neulinge erreichen. Spielberichte etc. sind da von geringem Nutzen.
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